Adrenalin, Asphalt und Alarmglocken:
Eine Achterbahn der Gefühle für Motorradfahrer
Liebe Freunde der gepflegten Asphaltnutzung, der knatternden Motoren und des unbeschreiblichen Gefühls von Freiheit auf zwei Rädern, in den letzten Tagen hat mein Herz zwischen Euphorie und Sorge Achterbahn gefahren. Das Kraftfahrt-Bundesamt verkündete am 12.03.2025 einen Meilenstein: Über fünf Millionen Motorräder zieren nun die deutschen Straßen! Ein Jubelschrei entfuhr mir – unsere Leidenschaft vereint immer mehr Gleichgesinnte!
Doch dann der jähe Absturz: Die Unfallstatistik für 2024 wurde veröffentlicht. Ein kalter Schauer lief mir über den Rücken. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache und mahnen uns zur Vorsicht. Diese Diskrepanz zwischen wachsender Begeisterung und steigendem Unfallrisiko wirft Fragen auf. Wie können wir unsere Leidenschaft sicher ausleben? Wie können wir die Freude am Motorradfahren mit Verantwortung und Vorsicht in Einklang bringen?
Lasst uns gemeinsam darüber nachdenken, diskutieren und Lösungen finden, damit wir alle noch viele unvergessliche Kilometer auf unseren Maschinen erleben können.
Denn eines ist sicher: Die Faszination Motorradfahren ist und bleibt ein unvergleichliches Erlebnis!
DLzG Uwe Hoh, Vorstandsmitglied
Die Unfallstatistik 2024 ist ein Weckruf, den wir nicht ignorieren dürfen.
Daher starten wir in dieser Saison unsere Aktion gegen selbstverschuldete Motorradunfälle
Kopfkaries – Motorradfahren ist wie Zähneputzen:
Man sollte es regelmäßig vernünftig machen,
um Karies im Kopf zu vermeiden.
The Big Six - 6 Tipps zur Kopfkariesprävention
- Selbstüberschätzung vermeiden: Selbstüberschätzung ist wie ein Furz in den Lederkombi – irgendwann wird's unangenehm und stinkt. Fahr klug, nicht übermütig!
- Verkehrsregeln beachten: Motorradfahren ist Freiheit pur, aber Freiheit bedeutet nicht, die Verkehrsregeln zu missachten. Wer die Verkehrsregeln beim Motorradfahren ignoriert, spielt Russisch Roulette mit dem Asphalt.
- Achtsamkeit: Wenn du positiv achtsam bist, nimmst du die kleinen Freuden wahr: das warme Sonnenlicht, den Duft der blühenden Felder, das Gefühl der Kurve, die du perfekt meisterst. Diese Momente machen das Motorradfahren zu einem unvergesslichen Erlebnis.
- Gedanken: Gedanken an das Gas geben und „Ballern“ sind wie Fliegen auf dem Visier – nervig, aber mit einem beherzten Gedankenwisch verschwinden sie wieder.
- Emotionen: Fühle die Straße, spüre den Wind, aber sei der Meister deiner Emotionen. Vergiss nie die Verantwortung, der Gasgriff hat keinen eigenen Willen!
- Verhalten: Lächle unter deinem Helm und sorge für ein freundliches und positives Verhalten auf zwei Rädern, weil selbst der Asphalt ein schlechtes Benehmen nicht mag.
Gemeinsam gegen Kopfkaries – Gemeinsam für strahlende Gedanken – für eine Motorradsaison voller schöner Aha-Momente.
Unfallzahlen im Märkischen Kreis und im Hochsauerlandkreis - Ein paar Gedanken dazu
Motorradfahren in NRW: Eine Saison voller Risiken
Die Straßen in Nordrhein-Westfalen wurden im vergangenen Jahr erneut zur Bühne dramatischer Szenen für Motorradfahrer. 4.790 Unfälle, 96 Todesopfer, 1.339 Schwerverletzte und 3.365 Leichtverletzte – diese Zahlen des Innenministeriums zeichnen ein düsteres Bild.
Blick in den Märkischen Kreis: Lokale Tragödien
Auch der Märkische Kreis blieb von dieser Entwicklung nicht verschont. Unser Vereinsfreund und ehemalige Pressesprecher des Märkischen Kreises Hendrik Klein hat die regionalen Zahlen genauer betrachtet und alarmierende Details aufgedeckt:
Insgesamt 175 Motorradunfälle ereigneten sich im Kreisgebiet.
- In 61 Prozent der Fälle trugen die Motorradfahrer die Hauptschuld.
- 112 Motorradfahrer wurden verletzt, 45 davon schwer.
- Von elf Verkehrstoten waren sieben Motorradfahrer.
Ursachen: Ein gefährlicher Mix
Die Ursachen für diese Unfälle sind vielfältig und komplex:
- Fahrverhalten und -können: Oftmals werden die eigenen Fähigkeiten überschätzt oder riskante Manöver durchgeführt.
- Äußere Einflüsse: Wetterbedingungen, kurvenreiche Strecken und schlechte Straßenverhältnisse spielen eine Rolle.
- Schutzkleidung und Sichtbarkeit: Mangelnde oder ungeeignete Schutzkleidung sowie schlechte Sichtbarkeit erhöhen das Risiko.
- Fehlverhalten anderer Verkehrsteilnehmer: Unachtsamkeit und Fehler von Autofahrern tragen ebenfalls zu Unfällen bei.
Alarmierende Zahlen auch aus dem Hochsauerlandkreis: Motorradunfälle nehmen zu!
Unser Vorstandsmitglied Frank Tölle hat den Verkehrsbericht 2024 der Kreispolizeibehörde Hochsauerlandkreis erhalten und sich damit auseinandergesetzt. Auch in diesem Bericht wurden wir mit erschreckenden Zahlen konfrontiert: Im Hochsauerlandkreis ereigneten sich insgesamt 142 Motorradunfälle. Diese Zahl ist mehr als nur eine Statistik – sie steht für 142 Schicksale.
- 91 Menschen erlitten leichte Verletzungen.
- 47 Menschen wurden schwer verletzt.
- 4 Menschen verloren ihr Leben.
Diese Zahlen sind ein Weckruf für uns alle. Die Ursachen sind oft vermeidbar:
- Überschätzung des eigenen Könnens auf anspruchsvollen Strecken.
- Bewusste Missachtung von Verkehrsregeln, insbesondere überhöhte Geschwindigkeit.
- Besonders alarmierend: In etwa 78 % der Unfälle mit Personenschäden waren die Motorradfahrenden die Verursacher. Und in fast der Hälfte dieser Fälle (45,7 %) war überhöhte Geschwindigkeit die Hauptursache.
Diese Zahlen zeigen deutlich, dass wir handeln müssen. Wir alle tragen Verantwortung für unsere Sicherheit und die Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer. Lasst uns gemeinsam dafür sorgen, dass diese Zahlen in Zukunft sinken.
Eins ist uns allen glaube ich klar, jeder verunfallte Motorradfahrer ist einer zu viel!
Diese Zahlen mahnen zur Vorsicht und verdeutlichen die Notwendigkeit, das Bewusstsein für die Risiken des Motorradfahrens zu schärfen. Sowohl Motorradfahrer als auch andere Verkehrsteilnehmer sind gefordert, durch verantwortungsvolles Verhalten zur Erhöhung der Sicherheit beizutragen.
„Motorradfahrer töten nicht – Motorradfahrer werden getötet“. Dieser alte Helmaufkleber sollte uns daran erinnern, dass wir verletzlich sind. Aber er sollte uns auch daran erinnern, dass wir es in der Hand haben, unser Schicksal zu ändern.
Die unsichtbare Gefahr: Warum Motorradfahrer im Straßenverkehr oft übersehen werden
Ein kurzer Moment der Unaufmerksamkeit, eine Fehleinschätzung – und schon ist es passiert.
Wir Motorradfahrer sind besonders gefährdet. Warum? Weil sie oft schlichtweg übersehen werden.
Stell dir vor, du sitzt in einem Auto und näherst dich einer Kreuzung. Dein Blick schweift über die Straße, doch das herannahende Motorrad bleibt unentdeckt. Seine schmale Silhouette verschmilzt mit dem Hintergrund, seine Geschwindigkeit wird unterschätzt. Für das menschliche Auge, das an die Größe und Form von Autos gewöhnt ist, wird das Motorrad fast unsichtbar. Diese Wahrnehmungsfehler sind keine Seltenheit. Unser Gehirn spielt uns oft einen Streich, wenn es darum geht, Objekte in ungewohnten Größenverhältnissen wahrzunehmen. Die Folgen können verheerend sein.
Alarmierende Zahlen: Motorradfahrer als Unfallverursacher
Die Statistik spricht eine deutliche Sprache: Ein erschreckend hoher Prozentsatz der Motorradunfälle
geht auf das Konto der Fahrer selbst, zu 61 % im Märkischen Kreis und zu 78 % im Hochsauerlandkreis. Doch was steckt dahinter?
Gedanken, Gefühle, Gasgriff
Wir wissen, dass Gedanken Emotionen auslösen und diese wiederum unser Handeln bestimmen.
Der Gasgriff dreht sich nicht von allein. Ist es ein Mangel an:
- Gedankenkontrolle: Beherrschst du deine Impulse?
- Emotionaler Intelligenz: Kennst du deine Grenzen?
- Verhaltenskontrolle: Hast du die "Zügel" in der Hand?
Diese Fragen sollten sich alle Motorradfahrer stellen. Es geht nicht darum, Schuld zuzuweisen, sondern darum, das Bewusstsein für die eigene Verantwortung zu schärfen. Denn nur wer seine Schwächen kennt, kann daran arbeiten und sicherer unterwegs sein.
Die oben aufgeführten Zahlen sind mehr als nur Statistik. Sie sind Geschichten von verlorenen Leben, gebrochenen Körpern und Familien, die trauern. Und viel zu oft sind wir selbst die Hauptdarsteller in
diesen Tragödien. Jeder selbstverschuldete Motorradunfall ist einer zu viel und hinzu vermeidbar!
Streckensperrung - Streckenbeschränkung / Die Realität ist bitter:
Kommunen, Gemeinden und Kreise haben das Recht, Streckenabschnitte für Motorradfahrer zu sperren oder zu beschränken, wenn Unfallschwerpunkte oder -häufungsstellen vorliegen. Die Sperrung der Priorei bei Hagen durch den Ennepe-Ruhr-Kreis ist ein deutliches Beispiel dafür.
Diese Maßnahmen treffen oft alle Motorradfahrer, was man als Kollektivstrafe empfinden kann. Doch das Verhalten einiger Weniger, die ihre Maschinen rücksichtslos ausfahren, führt leider zu solchen Einschränkungen.
Es ist eine traurige Tatsache, dass wir alle unter den Fehlern einiger Weniger leiden müssen. Diese Vorfälle werfen ein schlechtes Licht auf die Motorradfahrer-Community und gefährden unsere Freiheit auf der Straße.
Daher ist es entscheidend, dass wir uns alle für verantwortungsvolles Fahren einsetzen. Nur so können wir verhindern, dass weitere Strecken gesperrt oder begrenzt werden und das Ansehen der Motorradfahrer in der Öffentlichkeit leidet.
Die Frage, die uns alle angeht:
Was ist los mit uns? Sind wir zu selbstgefällig geworden? Haben wir den Respekt vor der Straße verloren? Gibt gar es ein neues Leiden, welches uns Motorradfahrer so langsam heimsucht? Verfallen wir allmählich der Kopfkaries? Selbstüberschätzung, Raserei, Missachtung von Regeln deuten darauf hin, dass wir ein Problem mit unserer Einstellung haben, denn all dies sind die ersten Anzeichen von fiesen schmerzenden Karieslöchern im Kopf.